Schmiede Langenhorn

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Die Schmiede als Lebensader des Dorfes:

In Nordfriesland war das Schmiedehandwerk traditionell eng mit der alles beherrschenden Landwirtschaft verbunden. Ob Pferde beschlagen, landwirtschaftliche Geräte und Transportmittel herstellen und reparieren, Spaten aufstielen oder Messerschleifen, alles erledigte der Schmied. Selbst die Nägel wurden noch von Hand geschmiedet. Man traf sich in der Schmiede zum Klönen und die Kinder schauten nach der Schule dem Schmied bewundernd bei der Arbeit zu. Eine Schmiede war für das Dorf ein unentbehrlicher Mittelpunkt.

 

In Langenhorn gab es bis zu vier Schmieden. Sie standen in Konkurrenz, aber dadurch, dass der eine ein besserer Hufschmied war und der andere vorzügliche Sensen schmiedete, verteilte sich die Arbeit. Die Ursprünge der West- Langenhorner Schmiede am Friedrich-Paulsen-Denkmal gehen vermutlich auf das 18. Jahrhundert zurück. Zuerst stand nur die Schmiede, der Anbau kam später hinzu und diente als Beschlagraum. Meist kamen die Bauern bei Schlechtwetter gleich mit mehreren Pferden. Im Beschlagraum konnten 4 oder 5 Pferde auf einmal beschlagen werden.

 

Oftmals konnten die Schmiede von den Erträgen alleine nicht leben, sie betrieben nebenbei noch Landwirtschaft. Die industrielle Herstellung von Eisenwaren und der Strukturwandel in der Landwirtschaft ließ die meisten Schmieden verschwinden.

 

Einige wandten sich der Reparatur von Maschinen und Autos zu oder übernahmen Kunstschmiedearbeiten. Die Langenhorner Schmiede dient heute einem Künstler als Atelier.